In den 1880er-Jahren organsierten sich zahlreiche Menschen, um ein Lutherdenkmal in Erfurt zu ermöglichen. Man beauftragte schließlich den bekannten Bildhauer Fritz Schaper (1841-1919), der zu diesem Zeitpunkt schon deutschlandweit Denkmäler entworfen hatte, darunter auch mehrere Statuen auf Postamenten (Lessing in Hamburg, Goethe in Koblenz, Bismarck in Köln, Gauß in Braunschweig).
Für diese Form entschied man sich auch in Erfurt, wo das überlebensgroße Standbild schließlich am 30. Oktober 1889 auf dem Anger vor der Kaufmannskirche enthüllt wurde. Am Postament befinden sich neben der Inschrift drei Relieftafeln, die ihn als Student, beim Eintritt ins Kloster und beim Empfang an der Universität zeigen.
Martin Luther (1483-1546) studierte von 1501 bis 1505 in Erfurt und trat dann in das Augustinerkloster ein. Er begann hier ein Theologiestudium und wurde Priester, wurde dann aber 1508 nach Wittenberg versetzt, von wo er 1509 zurückkehrte. Er lehrte bis 1511 in Erfurt und zog dann nach Wittenberg um, wo er 1517 mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel protestierte und dadurch die Reformation einläutete.
Von Fritz Schaper gibt es neben den großen Denkmalen auch kleiner wie das Carl-Loewe-Denkmal in Löbejün oder das Robert-Franz-Denkmal in Halle.